Autonome Frauenhäuser

Frauenhäuser bieten von verschiedensten Formen der Gewalt betroffenen Frauen eine Möglichkeit, sich von ihren übergriffigen Beziehungspartnern zu lösen. Vergangenen Dienstagabend referierten Eva Risse und Ulrike Große-Kreul vom Autonomen Frauenhaus Bonn und von der Zentralen Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser im Hörsaal 3 über Frauenhäuser im Allgemeinen und über Probleme des Bonner Frauenhauses im Speziellen, wobei sie zuerst darlegten, dass die Betroffenheit von Frauen keine individuelle Erfahrung, sondern gesellschaftlich eingebettet ist. Dies spielt für das Selbstverständnis der Autonomen Frauenhäuser seit ihren Anfängen eine zentrale Rolle. Nach einem geschichtlichen Abriss über die Entstehung von Frauenhäusern beschrieben sie, aus welchen Gründen sie die Parteilichkeit für Frauen und Kinder als Grundsatz autonomer Frauenhausarbeit sehen, um dann auszuführen, wie ihrer konrete Arbeit aussieht: Rund um die Uhr ist der Kontakt zum Frauenhaus telefonisch möglich, nach einem Aufnahmegespräch können die Frauen unbürokratisch ein Zimmer beziehen und bekommen dann akute Hilfe sowie bei den nach einer möglichen Trennung auftretenden Problemen. Danach thematisierten sie, dass zum einen bundesweit viel zu wenig Plätze in Frauenhäusern verfügbar seien und dass zum anderen eine akute Knappheit im Kölner Raum bestehe, weswegen das Frauenhaus Bonn im letzten Jahr zirka 600 Frauen an andere Häuser verweisen musste. Finanzielle Probleme könnten nicht mit staatlicher Unterstützung gelöst werden, da diese immer an Forderungen gebunden sei, die ihre Arbeit unmöglich mache.

Veranstaltet wurde der Vortrag vom Referat für Frauen und Geschlechtergerechtigkeit.