SP lehnt Finanzen für interkulturellen Mädchentreff ab

Gestern stimmte das Studierendenparlament mit 15 Ja-Stimmen, 20 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen GEGEN einen von uns eingebrachten Antrag, der eine pädagogische Stelle im interkulturellen Mädchentreff Azade finanzieren sollte. Geplant war, mit einer Gruppe von Mädchen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen bezüglich der Erfahrungen zu arbeiten, die sie mit der doppelten Diskriminierung von Sexismus und Rassismus nicht zuletzt in Bildungseinrichtungen und bei der Jobsuche machen; wie sie ihr Selbstbild in den wüsten medialen Repräsentationen von Frauen/Migrant_innen finden und verteidigen können und wie diese Misstände eine Frage von Politik und Kultur, nicht von Körpern und Hautfarben ist. Matthias Rübo vom RCDS warnte das Parlament davor, man könne und dürfe die Probleme der Welt(!) nicht im SP lösen. Statt sich in Abscheu von diesem Chauvinismus abzuwenden, hielten jedoch nicht unerhebliche Teile der „linken“ Koalition in der Aussprache die Füße still – um danach gemeinsam mit der Opposition gegen den Antrag auf Gelder zu votieren, deren Haushaltsstelle „Frauen- und Gleichstellungsinitiativen“ erst von der aktuellen Koalition auf Initiative der LUST geschaffen worden war. Ähnlich wie bei einem LUST-Antrag aus dem letzten Jahr, bei dem eine Bildungsfahrt ins ehemalige Vernichtungslager Auschwitz finanziell unterstützt werden sollte, taten sich Einzelpersonen aus nahezu allen Fraktionen mit ihren natürlich nur rein formalen Bedenken hervor, die vonseiten des Finanzreferenten ebenso formal ausgeräumt wurden. Trotzdem sich aber niemand dazu bekennen wollte, das Projekt inhaltlich nicht zu unterstützen, wurde es von deutlich mehr als der Hälfte der Abgeordneten in geheimer Wahl nicht unterstützt. Peinlich!