Wie aus der BAStA die Friedrichs Wilhelm wurde

Ein Flyer zur Wahl 2016

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Immer noch: Für eine starke Stadt- und Studierendenzeitung!

Seit 1 1/2 Jahren arbeitet die LUST federführend an einer Reform der vom AStA herausgegebenen Zeitung. Im Zuge der Umsetzung der Reform wurde deutlich: Bei großen Teilen des AStA mangelt es aus unserer Sicht fundamental an einem Verständnis davon, wie eine gute Zeitung überhaupt aussehen könnte. Wir forderten, die Zeitung weg von einem PR-Blättchen des AStA voller Lückenfüllertexte, kopierter Pressemitteilungen und selbstbezüglicher Berichte aus AStA-Referaten und hin zu einer engagierten Stadt- und Studierendenzeitung zu führen. Das hat einige an den Verhandlungen beteiligte Personen nicht daran gehindert, einfach noch mehr PR, noch mehr „Service“ oder noch striktere Eingriffsmöglichkeiten für den AStA-Vorsitz und damit noch längere Zeiten zwischen Abgabeschluss, Druckgabe und Auslieferung zu fordern. Zeitliche Nähe zum Ereignis wird eben unwichtig, wenn man sowieso nicht vorhat, über Vorgänge zu berichten und Missstände zu benennen, sondern sich schreibend darin bestätigen will, wie vorbildlich man sich in den Gremien der Verfassten Studierendenschaft selbst verwaltet.

Ein Etappenziel konnten wir erreichen: Seit Ende Oktober erscheint nun die neue Friedrichs Wilhelm im zweiwöchigen Turnus und bescheidene Fortschritte sind feststellbar. Die alte Berichte aus dem Allgemeinen Studierendenausschuss – BAStA (der Name bürgte für die Irrelevanz der Publikation) ist damit Geschichte. Und zumindest seit der zweiten Ausgabe, die nicht mehr unter Mitwirkung eines Chefredakteures entstand, der textliche Verbrechen wie „Nirgendwo sonst kann man Kameradschaft so erfahren, wie auf einem Ruderboot“ zu verantworten hat, lohnt es sich wieder, die AStA-Zeitung zu lesen.

Jetzt geht es darum, das bislang Errungene zu verteidigen und von dieser Position aus weiterzutreiben. Das bedeutet: Es muss an einer Professionalisierung der Redaktion gearbeitet werden, die nur durch eine gesicherte finanzielle Ausstattung der Zeitung zu gewährleisten ist. Unabdingbar sind: Mehr Zeit für Recherche, mehr Zeit fürs Schreiben, mehr Zeit fürs Diskutieren und Redigieren der Texte, eine_n fähige_n Lektor_in ins Boot holen, die neue Webseite zu einer lebendigen Plattform ausbauen. Für Userkommentare müssen ordentliche Moderationskriterien gefunden werden, anstatt auf den schlechten Common Sense zu bauen. Es müssen Nischen besetzt werden, die von den etablierten Zeitungen ignoriert werden. Und: Couragiert hinschauen, statt pseudo-neutral den Universitätsbetrieb in seinem Laufe protokollieren. Weniger Meinung, mehr Position, mehr Informationen.

Noch geht vieles drunter und drüber und das Erreichte ist längst nicht in trockenen Tüchern. Die Parteijugenden arbeiten daran, dass ihrem politischen Engagement kein journalistisches Korrektiv gegenübersteht, das sie ernst nehmen und im Zweifel auch fürchten müssen. Wie viel Wert ihr Gerede von „mehr Demokratie“ ist, das sich zumeist an der völlig zurecht niedrigen Wahlbeteiligung bei den Wahlen zum Studierendenparlament artikuliert, wird sich daran zeigen, wie viel Autonomie sie einer solchen Zeitung zugestehen. Nur die Liste undogmatischer StudentInnen (LUST) hat in der Vergangenheit für eine echte Unabhängigkeit der vom AStA finanzierten Zeitung gekämpft. Auch für die Zukunft wird gelten: Wer eine gestärkte Campus-Demokratie will, wer für eine gute Stadt- und Studierendenzeitung ist, wählt vom 18. bis zum 21. Januar die:

Liste undogmatischer StudentInnen