Irak, Kurdistan, der Westen und die Flüchtlinge (Vortrag & Diskussion)

Donnerstag, 17.11.16, 19 Uhr, Hörsaal 17

plakat_zu_flyer_vorderseiteNachdem der Irak einige Zeit nach dem Sturz Saddam Husseins eine kurze Blüte erlebte, stellt sich die Lage seit mehreren Jahren nun wieder deutlich anders dar. Während die Nachrichten in den vergangenen zwei Jahren hierzulande vor allem von den grausamen Bildern des syrischen Bürgerkriegs geprägt waren, wurden auch im Irak nach dem Rückzug des Westens und vor allem seit dem Terrorregime des „Islamischen Staats“ immer mehr Menschen zur Flucht gezwungen. Ein großer Teil dieser Menschen floh in die Autonome Region Kurdistan im Nordirak, doch auch immer mehr machten sich auf den ebenso beschwerlichen wie gefährlichen Weg nach Europa.

Auch im Irak bilden Konflike zwischen Schiiten, die dort unter der Diktatur des Baath-Regimes eine unterdrückte Bevölkerungsmehrheit darstellten, und Sunniten sowie zwischen Kurden und Arabern den Hintergrund für eine sich zunehmend verschlechternde humanitäre Lage. Diese hat sich mit dem Aufkommen der Mörderbanden des IS seit 2014 dramatisch verschärft. Zu den vom IS Verfolgten zählen neben religiösen Minderheiten wie ChristInnen und JesidInnen all jene, die sich dem barbarischen Regeln des selbst ernannten Kalifats nicht zu beugen bereit sind.

Thomas von der Osten-Sacken ist Publizist und Journalist (etwa für die Welt, Jungle World oder Konkret) und seit vielen Jahren als Mitbegründer und Geschäftsführer der Organisation Wadi e.V. im Nahen Osten tätig. Wadi e.V. setzt sich insbesondere in den kurdischen Gebieten im Nordirak für die Förderung von Frauenrechten, Bildungs- und Flüchtlingsarbeit ein. Dazu zählt etwa der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung und in letzter Zeit die Hilfe für dem „Islamischen Staat“ entkommenen Jesidinnen.

Er wird in seinem Vortrag aktuelle Einblicke in die politische Situation im Irak und der Region geben und die gesellschaftliche Entwicklung von einer Aufbruchsstimmung nach der Befreiung von der Diktatur hin zum Rückfall in die humanitäre Krise näher beleuchten. Veranstalter sind Refugees Welcome Bonn e.V. und das Referat für politische Bildung des AStA Bonn.