Wir werden uns nicht an der Sendung „Listencheck“ des Bonner Uni-Radios beteiligen. Bei dieser Sendung sollen Kandidierende aller zur SP-Wahl antretenden Listen jeweils 15 Minuten lang Fragen gestellt bekommen. Es handelt sich um das Nachfolgeformat zur „Elefanten-Runde“, eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der antretenden Listen, die vor den vergangenen Wahlen stattfand. Das Publikum der Elefanten-Runde setzte sich dabei beinahe ausschließlich aus Mitgliedern der antretenden Hochschulgruppen zusammen, welche die meist banalen Äußerungen ihrer jeweiligen SpitzenkandidatInnen eifrig beklatschten. Daher blieben wir der Elefanten-Runde in den letzten Jahren fern. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es nun mit dem „Listencheck“ besser werden könnte. Im Gegenteil: Während das frühere Format einer Podiumsdiskussion zumindest der Form nach einen Austausch von Argumenten zuließ, ist es nun vollkommen unklar, was die Hörerinnen aus den Kurzinterviews erfahren sollen, was nicht schon in der Wahlzeitung steht. Ob sich das Ganze irgendjemand anhört, die oder der nicht ohnehin schon einer Liste nahesteht, werden wir nie wissen, wenngleich wir es für unwahrscheinlich halten. Selbst für grundsätzlich an der Wahl Interessierte dürfte es nicht einfach sein, sich geschlagene zwei Stunden Wahlwerbungsparolen anzuhören, ohne einzuschlafen. Wir können deshalb nur dazu raten, donnerstagabends etwas Schöneres zu tun, als den „Listencheck“ zu hören.