Joseph ‘Jupp’ Messinger, von den Nazis zu Tode gefoltert

12. Februar 1907 – 11. Juli 1933

Joseph, genannt Jupp, Messinger war Beueler Kommunist und Sohn des Beueler KPD-Vorsitzenden Matthias Messinger. Er betätigt sich ab den 20er Jahren in der kommunistischen Bewegung und leitete seit etwa 1928 den Bonner Ableger des Kampfbund gegen den Faschismus. Zusammen mit seinem Bruder Hermann war er außerdem Mitglieder im Beueler Rotfrontkämpferbundes, dem paramilitärischen Arm der KPD.

Am 7. Dezember 1930 kam es zum sogenannten Blutigen Sonntag. Beueler und Bonner Nationalsozialisten wollten an diesem Sonntag über die damalige Rheinbrücke (heute Kennedybrücke) und durch das Bonner Arbeiterviertel de Kuhl zu einer Kundgebung auf dem Adolfsplatz marschieren. In der Vergangenheit kam es in der Kuhl mehrfach zu Auseinandersetzung zwischen Nazis und Kommunisten, bei der häufig Nazis die Bonner KPD-Hochburg angreifen wollten. Auf Höhe der Beethovenhalle kam es zum Aufeinandertreffen mit Bonner Kommunisten, bei der in Folge eines Schusses der Beueler SA-Mann Klaus Clemens getroffen wurde und wenige Tage später starb. Wer den tödlichen Schuss abgab blieb ungeklärt, mit Schusswaffen bewaffnet waren beide Seiten.

Die Nationalsozialisten machten bis zum Mord an Messinger diesen für den Tod Clemens verantwortlich. Zwei Gerichtsprozesse, einer davon nach Messingers Tod und der Machtübernahme, sprachen Messinger allerdings frei.

Messinger beim Rotfrontkämpferbund

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Messinger wie viele andere Kommunisten in Schutzhaft genommen, verhört und gefoltert. Die Folterungen fanden im Keller des heutigen Oscar-Romero-Hauses, einem ehemaligen Gefängnis statt. Am 10. Juli 1933 wurde Messinger wieder zum Verhör ins Oscar-Romero-Haus gebracht und anschließend wieder ins Gefängnis an der Wilhemstraße. Am nächsten Morgen war Messinger tot. Die Nazis verbreiteten die Version eines Suizids und sollen Messinger sogar ein Tuch um den Hals gelegt haben, welches laut Zeugenaussagen aber viel zu locker angelegt war. Nach Otto Renois war Jupp Messinger damit das zweite Bonner Todesopfer des NS-Regimes.