Niels Pedersen, Von den Nazis in den Tod getrieben

1884 – 20. Dezember 1941

Der gelernte Schneider Niels Pedersen wurde in Dänemark geboren und kam durch seine Wanderjahre über Berlin, Paris und der Schweiz 1906 nach Bonn. Seit 1903 war Pedersen Mitglied des dänischen freigewerkschaftlichen Fachvereins der Schneider. In Bonn heiratet Pedersen mit Gertrud Mertens die Tochter des Wirts Heinrich Mertens. Heinrich Mertens war Wirt des Lokals Heisterbacherhofs, welches sich ungefähr auf dem Standort der heutigen AOK in der Heisterbacherhofstraße 4 befand.

Der Heisterbachhof war unter Mertens Treffpunkt der Bonner SPD und deren Vorgänger, entwickelte sich im Laufe der Weimarer Republik aber immer mehr zum Treffpunkt von Bonner Kommunist*innen. Auch Pedersen war politisch aktiv und seit 1928 Mitglied und Funktionär der Bonner KPD und kandidierte auch bei den Kommunalwahlen im März 1933.

Nachdem Tod Heinrich Mertens 1928 übernahm Pedersen gemeinsam mit seiner Frau die vollständige Leitung des Lokals, dessen Führung Pedersen bereits zwei Jahre zuvor angetreten hatte. In der Folgezeit wurde der Heisterbachhof zum Parteilokal der KPD und war in der Bevölkerung auch als „Verkehrslokal der klassenbewussten Arbeiterschaft“ bekannt.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten gerieten auch Pedersen und der Heisterbacherhof ins Visier des neuen Regimes. Pedersen wurde wie viele andere Kommunist*innen in die sogenannte Schutzhaft genommen. Trotzdem blieb Pedersen auch weiterhin oppositionell gegenüber den Nazis. Als der Heisterbacherhof anlässlich des NSDAP-Kreisparteitags 1937 mit der Hakenkreuzfahne beflaggt werden sollte, weigerte sich Pedersen mutig mit der Begründung „was soll denn die Nachbarschaft denken?“ und bekundete zudem, dass keine Hakenkreuzfahne am Hof wehen werde, solange er Hauseigentümer sei. Die von Pedersen angesprochene Nachbarschaft war das Arbeiterviertel und KPD-Hochburg De Kuhl.

Pedersen wurde 1938 denunziert, verhaftet und wegen hochverräterischen Unternehmens zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Siegburg absaß. Bei der Verhandlung kamen die Zeugen selbst dem Gericht dubios vor. Physisch und psychisch von der Haft gebrochen wurde Pedersen 1941 aus dem Zuchthaus entlassen und verstarb am 20. Dezember 1941.