Paul Ludwig Landsberg, im KZ Sachsenhausen gestorben

3. Dezember 1901 – 2. April 1944

Paul Ludwig Landsberg wurde 1901 in Bonn geboren und war deutscher Philosoph. Seine Mutter Anna Landsberg stammte aus einer jüdischen Familie, Landsberg wurde auf Bestreben seines Vaters evangelisch getauft und bekannte sich selber später zum Katholizismus.

Nachdem er 1919 sein Abitur ablegte, studierte Landsberg in Freiburg und Köln Philosophie. Er entwickelte sich zu einem Schüler von Edmund Husserl und Max Scheler.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme floh Landsberg über die Schweiz nach Frankreich und heiratet in Zürich seine Bonner Verlobte Magdalena Hofmann. Wegen seiner „nicht-arischen Abstimmung“ wurde Landsberg seine Lehrbefugnis entzogen. Im französischen Exil schloss er sich den Exilanten an und veröffentlichte unter anderem in der Zeitschrift der Sozialforschung, einem Publikationsorgan des vom Philosophen Max Horkheimer geleiteten Institut für Sozialforschung. 1934 erhielt er Lehraufträge in Barcelona und Santander, ab 1938 lehrte er an der Pariser Sorbonne. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen konnte Landsberg zunächst ins unbesetzte Frankreich fliehen und bereitete unter seinem Tarnnamen Paul Richert seine Ausreise vor, die er allerdings nicht antrat, da er sich nicht von seiner stationär behandelten Frau trennen wollte. Sein Engagement in der Résistance wurde verraten und Landsberg im März 1943 von der Gestapo verhaftet. Über verschiedene Stationen in Frankreich wurde Landsberg in das KZ Sachsenhausen deportiert. Dort starb Paul Ludwig Landsberg am 2. April 1944 an Hunger, Erschöpfung und Krankheit.

Zu seinen bekanntesten Schriften gehören ‘Das moralische Problem der Selbsttötung’ und ‘Die Erfahrung des Todes’.