Robert Oelbermann, im KZ Dachau gestorben

24. April 1896 – 29. März 1941

 
Robert Oelbermann wurde am 24. April 1896 in Bonn geboren und war Gründer des Nerother Wandervogels, eine Jugendwandergruppe. Als Bundesführer organisierte Oelbermann Wanderschaften und Weltfahrten mit Jugendlichen, die sie unter anderem nach Ägypten, in den Libanon oder nach Japan führten. Als staatsunabhängige Jugendgruppe geriet auch der Nerother Wandervogel wie viele andere Gruppen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme ins Visier des neuen Regimes. So gut wie alle Jugendgruppen wurden zur Selbstauflösung gezwungen. Robert Oelbermann versuchte zwar den Nerother Wandervogel zu retten und widerrief eine in seiner Abwesenheit verkündete Selbstauflösung, musste aber schließlich einsehen, dass der Wandervogel auch in Verantwortung für seine jugendlichen Mitglieder nicht auf Dauer in den Widerstand gegen das Regime gehen konnte. Oelbermann löste den Wandervogel daher zum Jahreswechsel 1933/34 endgültig auf.
 
Wie auch andere Gruppen blieben einzelne Mitglieder des Neurother Wandervogels auch nach der Selbstauflösung in Kontakt und aktiv. Die NSDAP startete daher 1936 eine Verhaftungswelle gegen ehemalige Mitglieder von Wandervogelbünde, um die noch verbliebenen Strukturen endgültig zu zerschlagen. Dieser Verhaftungswelle fiel auch Oelbermann zum Opfer, der am 14. Februar 1936 in Untersuchungshaft genommen wurde. Bei Oelbermanns Verhaftungen spielten neben seinen bündischen Aktivitäten auch Vorwürfe der Homosexualität und Verstöße gegen den §175 des Strafgesetzbuches eine entscheidende Rolle. 1936 wurde Oelbermann zu 21 Monaten Zuchthaus verurteilt, anschließend in Schutzhaft genommen und ins KZ Sachsenhausen verschleppt. Im Lager entwickelte sich Oelbermann zu einer wichtigen Identifikationsfigur der Rosa-Winkel-Häftlinge und sorgt für einen großen Zusammenhalt unter den Häftlingen des Block 14.
 
Der Block 14 wurde im Frühjahr 1940 aufgelöst und die Insassen in verschiedene Konzentrationslager überstellt. Oelbermann wurde ins KZ Dachau gebracht, wo er am 29. März 1941 an einer Sepsis verstarb.