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Ein Wohnheim benannt nach einem bekannten Nazifunktionär? Und oben drauf noch eine Ehrendoktor- und Ehrensenatorwürde für selbigen? Realität an der Uni Bonn!E
Mit dem Ulrich-Haberland-Haus (Auf dem Hügel 16) und den Auszeichnungen für Ulrich Haberland gedenken Studierendenwerk und Universität bis heute aktiv einem Nazi.
Ulrich Haberland war während des Nationalsozialismus Funktionär und Vorstand im I.G. Farben Konzern. Dieser profitierte während des Nationalsozialismus massiv von der Ausbeutung von Zwangsarbeit und ließ sogar mit Auschwitz Monowitz ein eigenes Konzentrationslager bauen. Regelmäßig wurden “arbeitsunfähige” Häftlinge im nahen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in den Gaskammern ermordet. Nach dem Krieg wurde er Vorstands-vorsitzender in der Bayer AG und machte Karriere in der Politik. Die Auszeichnungen durch die Uni Bonn sind Ausdruck einer bis heute fehlenden umfassenden Aufarbeit-ung der deutschen Nazivergangenheit und deren Kontinuitäten.
Wir fordern daher:
• Umbenennung des Ulrich-Haberland-Haus in Fritz-Levy-Haus
• Anbringung einer Gendenktafel
• Aberkennung der Ehrendoktorwürde von Haberland
• Aberkennung der Ehrensenatorauszeichnung von Haberland
Fritz Levy wurde am 15. April 1906 in Beuel geboren. Bereits früh übernahm er die Metzgerei seines Vaters. Aufgrund seiner Beziehung zu einer “arischen” Frau geriet er 1936 unter dem Vorwurf der “Rassenschande” in die Fänge der Nazi-Behörden, konnte jedoch im Mai 1937 in die Niederlande fliehen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppe wurde er dort 1942 verhaftet und letztendlich nach Auschwitz deportiert, wo er beim Aufbau der IG-Farben-Fabrik eingesetzt wurde. Fritz Levy wurde am 6. Januar 1943 in Auschwitz ermordet.
A dormitory named after a well-known Nazi official? And on top of that, an honorary doctorate and honorary senate title for the same person? Reality at the University of Bonn!
With the Ulrich-Haberland-Haus (Auf dem Hügel 16) and the awards for Ulrich Haberland, the Studierendenwerk and the university are still actively commemorating a Nazi to this day.
Ulrich Haberland was an official and board member of the I.G. Farben corporation during the Nazi era. The corporation profited massively from exploitation of forced labor and even had its own concentration camp built at Auschwitz Monowitz. Prisoners who were “unfit for work” were regularly murdered in the gas chambers of the nearby Auschwitz-Birkenau extermination camp. After the war, Haberland became chairman of the board at Bayer AG and pursued a career in politics. The awards given by the University of Bonn are an expression of the lack of comprehensive reappraisal of Germany’s Nazi past and its continuities.
We therefore demand:
- Renaming the Ulrich-Haberland-Haus to Fritz-Levy-Haus
- Affixing a commemorative plaque
- Revoking Haberland’s honorary doctorate
- Revoking Haberland’s honorary senator award
Fritz Levy was born on April 15, 1906, in Beuel. He took over his father’s butcher shop at an early age. Due to his relationship with an “Aryan” woman, he fell into the clutches of the Nazi authorities in 1936 on charges of “racial defilement,” but was able to flee to the Netherlands in May 1937. After the German invasion, he was arrested there in 1942 and ultimately deported to Auschwitz, where he was put to work building the IG Farben factory. Fritz Levy was murdered in Auschwitz on January 6, 1943.
